 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
Home
|
|
|
|
Zapfigs Abenteuer: Das magische Feuer der Fee Helena
„Hallo du, der du dieses Buch liest oder dieses Buch vorgelesen bekommst, wie heißt du ?“
„Ein schöner Name. Er gefällt mir sehr!“
„Was, du fragst dich, wer zu dir spricht? Ich bin dein Märchenbuch und habe ein wunderschönes Märchen in meinem Bauch. Wie in jedem Märchen geschehen auch in meinem gar wunderliche und
unglaubliche Dinge. Leg oder setze dich nur erst gemütlich hin, dann will ich gleich beginnen, dir das Märchen vom kleinen Fliegenpilz zu erzählen.“
„Ein tapferer Kerl ist er der kleine Fliegenpilz und hat viele Freunde. Da ist zum Beispiel die Mäusekönigin Maurinja oder die Zauberin Helena, die dem kleinen Fliegenpilz hilfreich zur
Seite stehen, aber da ist auch die Hexe Wurzelma, gegen die der kleine Pilz zu bestehen hat.“
|
|
|
 |
|
|
|
„Aber ich bin ja schon mitten im Märchen. Als gutes Märchenbuch sollte man ein Märchen immer vom Anfang zum Ende erzählen und damit will ich jetzt anfangen.“
„Mein Märchen beginnt wie alle Märchen mit den Worten:
Es war einmal...
in einem Wald, der so groß war, dass ein Vogel von der Mitte dieses Waldes bis fast an die Wolken fliegen musste, um von einem Ende zum anderen schauen zu können. Schöne und große Bäume
standen in diesem Wald mit mächtigen Stämmen. Wenn der dichte Wald sich einmal zu einer Lichtung öffnete, so wuchsen dort wunderschöne Blumen in allen erdenklichen Farben. Viele muntere Quellen
sprudelten in diesem Wald aus dem Erdreich hervor und gaben so den Pflanzen und Tieren zu trinken.
Trotz seiner Schönheit mieden die Menschen den Wald so gut sie konnten, denn dieser Wald war ein Zauberwald. Ein richtiger Zauberwald mit guten Feen und bösen Hexen, wilden Tieren und
Ungeheuern. Viele Geschichten waren bei den Menschen über ihn im Umlauf. Eine unheimlicher und gruseliger als die andere.
Jedes Jahr gab es jedoch eine Zeit, während der sich die Menschen trotz ihrer Angst in den Wald hineinwagten. Diese Zeit begann, wenn sich die Blätter des Waldes anfingen bunt zu färben.
Dann nämlich wuchsen in diesem Wald viele gut schmeckende Pilze, welche die Menschen in ihre Körbe sammelten. Jeder Pilz des Waldes wartete mit Ungeduld auf diese Zeit, denn er hoffte, in den Korb der
Menschen zu gelangen.
Betrat nun ein Mensch den Wald, so konnte man, wenn man genau hinsah, sehen, wie sich die Pilze auf ihren kleinen Füßchen reckten, damit die Menschen sie besser sehen konnten. Kam ein Pilz
in den Korb, so schallten Freudenrufe durch den Wald, die jedoch die Menschen nicht hören konnten, da sie die Sprache der Tiere und Pflanzen nicht verstanden. Saßen mehrere Pilze im Korb so stimmten sie
meist fröhliche Lieder an.
Nicht allen Pilzen ward das Glück beschieden, in die Körbe der Menschen zu gelangen. Aus für die Pilze unerklärlichen Gründen gab es unter ihnen welche, die noch nie ein Mensch in seinen
Korb gesammelt hatte. Dabei waren sie meist noch schöner und noch bunter als die anderen Pilze. Zu diesen Pilzen gehörten auch die Fliegenpilze. Sie haben einen weißen wohlgeformten Leib auf dem ein
großer roter Hut mit weißen Punkten sitzt. Nun muss hierzu gesagt werden, dass die Fliegenpilze darüber nicht sonderlich unglücklich waren. Da keiner von ihnen je im Korb der Menschen landete, blieben
sie immer eine große Gemeinschaft, in der ihnen nie langweilig wurde. Im Gegenteil, bei den Fliegenpilzen ging es immer sehr lustig zu. Es wurden Lieder gesungen und Geschichten erzählt, gescherzt und
gelacht.
|
|
|
|
 |
|
|
|
Eine Familie dieser Fliegenpilze hatte ihren Wohnsitz auf einem kleinen Hügel im Wald. Am Fuß des kleinen Hügels plätscherte ein Bach mit wohlschmeckendem Wasser, so dass die Pilze dieser
Familie besonders schön waren.
Das Abenteuer beginnt
An einem schönen Herbsttag, an dem die Sonne warm und golden durch den Wald schien und sich der in diesem Jahr wohl letzte kleine Fliegenpilz durch den Waldboden an die Luft stemmte, war die
Familie wieder einmal damit beschäftigt, zu rätseln, warum wohl die Menschen sie nicht mögen.
Der kleine Pilz, der gerade das Licht der Welt erblickt hatte, war unser kleiner Fliegenpilz, von dem das Märchen handelt. Er hörte den Gesprächen der anderen Pilze neugierig zu und
blinzelte mit seinen kleinen Äuglein in die rote Abendsonne, die ihn angenehm wärmte.
Nun war unser kleiner Fliegenpilz nicht gerade ängstlich und so rief er vorlaut in die Runde: “Warum fragt ihr denn nicht die Tiere im Wald, vielleicht wissen die, warum uns keiner mag.“
Das Gespräch der Pilze verstummte und alle schauten auf den kleinen Pilz. Ihren grimmigen Blicken konnte er entnehmen, dass er wohl eben nichts Gutes gesagt hatte. Der kleine Pilz konnte ja
nicht wissen, dass eine solche Frage an die Tiere den Fliegenpilzen einfach zu peinlich war, denn sie hielten sich für die schönsten Pilze im Wald und da war eine solche Frage einfach nicht angebracht.
„Du, werde erst einmal groß!“ tönte es auch sofort von allen Seiten und von irgendwoher traf ihn ein dicker Tannenzapfen am Hut, so dass er ängstlich zusammenzuckte. Da lachten alle
Pilze um ihn herum schadenfroh und da er noch keinen Namen hatte, beschlossen die Pilze daraufhin, ihn Zapfig zu nennen.
Der kleine Pilz ärgerte sich sehr darüber und entschied, nunmehr den Mund zu halten. Er hatte gehofft, vielleicht leuchtender Rothut, weißester Weißbauch oder Vielpunkt zu heißen, denn bei
den Pilzen wurden die Namen nach den besonderen Merkmalen des Pilzes vergeben und nun hieß er Zapfig.
Kurz darauf, nach dem Zapfig seinen Namen erhielt und das Gelächter der Pilze über diesen langsam verstummte, ging das Gespräch der Pilze über ihr altes Thema weiter. Soviel sie auch
rätselten, wie jeden Abend fanden sie keine Antwort. Als die Sonne im Wald versank, zogen sie alsbald ihre Hüte über die Ohren damit sie die Kälte der Nacht nicht erreichte, schlossen die Augen und mit
Einbruch der Dunkelheit war ein tiefes und zufriedenes Schnarchen der Pilze zu vernehmen.
Nur einer schlief nicht und das war Zapfig, unser kleiner Fliegenpilz. „Wenn keiner den Mut hat, die Tiere zu befragen, dann tue ich es eben“, murmelte der kleine Pilz.
So schlich er leise vom Hügel seiner Familie und machte sich auf, die Tiere des Waldes zu befragen. Es war sehr dunkel und der kleine Pilz sah die Hand vor den Augen nicht. Außerdem war er
noch sehr unsicher auf den Füßen, denn er hatte noch nicht lernen können, wie man den großen Hut auf dem Kopf sicher beim Laufen balanciert. So kam es dann, wie es kommen musste. Der kleine Pilz
stolperte in der Dunkelheit über einen Ast und schlug der Länge nach hin. Der Hut fiel ihm hierbei vom Kopf und verschwand irgendwo in der Dunkelheit. So sehr er auch mit seinen Händen den Waldboden
abtastete, er konnte den Hut nicht finden.
„O weh“, jammerte der kleine Pilz. „Hoffentlich ist der Hut nicht kaputt gegangen“. Er stellte sich schon das Gelächter der Pilze vor, wenn er mit einem kaputten Hut auf dem Kopf am Hügel
einträfe.
Gerade hatte Zapfig beschlossen, ein bisschen zu weinen und eine große Träne kullerte auch schon aus seinen Augen als silberne Strahlen anfingen, den Wald zu erhellen. Der kleine Pilz
schaute ungläubig in die Richtung, aus der die Strahlen kamen. Er sah eine silberne Scheibe zwischen den Bäumen hindurchschimmern.
‚Das muss wohl der Mond sein‘, dachte sich der kleine Pilz. Als er noch unter der Erde saß, hatte er die großen Pilze oft von ihm reden hören. Der Mond gefiel dem kleinen Pilz noch mehr als
die Sonne, weil man ihn anschauen konnte, ohne dass die Augen wehtaten. Je höher der Mond am Himmel aufstieg, umso heller wurde es im Wald und bald sah Zapfig auch seinen Hut im Wald liegen. Freudig
stürzte er auf ihn zu und wollte ihn aufsetzen als er sah, dass es sich ein seltsames Tier auf dem Hut gemütlich gemacht hatte. Zu erkennen war jedoch nur sein Haus.
„He, du!“ rief der kleine Pilz. „Was machst du auf meinem Hut?“ Niemand antwortete ihm. Zapfig lief einmal um seinen Hut herum, aber niemand ward zu sehen. Da hob der kleine Pilz seinen Hut
an und hoffte, dass das Gebilde auf den Waldboden kullern würde. Aber das Haus klebte wie angegossen auf dem Hut. Schließlich nahm Zapfig einen kleinen Ast und versuchte, das Haus vom Hut zu stoßen. Das
Haus rührte sich jedoch nicht. Letztlich nahm Zapfig einen mächtigen Anlauf, hielt den Ast wie eine Lanze und stürmte auf das Haus zu. Es gab einen mächtigen Bums, als der Ast auf das Haus traf. Leider
war jedoch die Oberfläche so glatt, dass der Ast abrutschte und Zapfig selber auf das Haus prallte.
Plötzlich kam Bewegung in das Haus. Es hob sich und heraus kam ein schleimiger Körper mit zwei Hörnern auf denen wohl die Augen des Tieres saßen, die nunmehr auf ihn herabäugten. Zapfig
massierte sich den schmerzenden Bauch, mit dem er auf das Haus geprallt war und schaute ängstlich auf das Tier.
|
|
|
|
 |
|
|
|
Wer macht denn hier zu nachtschlafender Zeit einen solchen Krach?“ dröhnte es aus dem schleimigen Körper des Wesens. „Ent... entschuldigen Sie bitte vielmals“, stotterte der kleine Pilz.
„Aber Sie geruhen auf meinem Hut zu schlafen.“ „So?“ tönte es zurück. „Wieso lassen Sie denn ihren Hut nachts mitten im Wald herumliegen, anstatt ihn auf dem Kopf zu tragen?“ „Gute Frage“, antwortete der
Pilz und lächelte gequält und begann dem Tier seine Geschichte zu erzählen.
Herr Schneckmeck, so stellte sich das Tier dem kleinen Pilz vor, hörte anfangs auch aufmerksam zu. Bald jedoch schlossen sich seine Augen und die Hörner begannen immer kleiner zu werden. Der
kleine Pilz bemerkte Schneckmeck’s Schläfrigkeit und erzählte deshalb seine Geschichte schneller und immer schneller. Schneckmeck‘s Körper zog sich jedoch immer weiter in sein Haus zurück.
„Hallo, aber hallo, Herr Schneckmeck!“ rief da der kleine Pilz aus Leibeskräften. „Könnten Sie bitte meinen Hut verlassen!“ „Oh, Entschuldigung“, murmelte Schneckmeck schlaftrunken und kroch
langsam von Zapfigs Hut. Kaum hatte er ihn verlassen, tönte lautes Schnarchen aus dem Haus und zeigte Zapfig, dass das Gespräch mit Herrn Schneckmeck augenscheinlich zu Ende war.
Zapfig war nun doch sehr ärgerlich. Erstens hatte er keine Antwort auf seine Frage bekommen, warum die Menschen ihn nicht mochten und zweitens hatte Schneckmeck auf seinem Hut eine
Schleimspur hinterlassen, die Zapfig nun mit ein paar Grasbüscheln wegrubbelte. Schließlich war er doch ganz froh, dass der Hut nicht weiter gelitten hatte und machte sich wieder auf den Weg.
Gefangen im Labyrinth
Zapfig kam nun gut voran. Der Mond leuchtete ihm den Weg, so dass er weniger stolperte. Freilich, ein bisschen unheimlich war ihm schon, so allein im Wald. Bei jedem Geräusch das er hörte,
zuckte er zusammen. Aber kein Tier gab sich zu erkennen, das er befragen konnte. Schließlich hörte er es über sich in einem Baum rascheln. Zapfig sah nach oben, konnte jedoch nichts erkennen. Da der Baum
sehr groß war, ging er ein paar Schritte rückwärts, um besser sehen zu können, als er plötzlich den Boden unter den Füßen verlor. Rücklings viel er in ein Loch, was im Gras des Waldbodens versteckt lag.
Geistesgegenwärtig hielt er seinen Hut fest, damit dieser nicht schon wieder verschwand und das rettete ihn. Zumindest vorerst, denn der Hut von Zapfig war etwas größer als das Loch und
Zapfig hing an seinem Hut über dem Loch und zappelte mit den Beinen. Je länger er hing, umso weniger Kraft hatte er, sich festzuhalten. Sehen konnte er auch nichts, denn sein Hut versperrte dem Mondlicht
den Weg in das Loch. So hatte Zapfig Angst, seinen Hut loszulassen, denn er wusste nicht wie tief das Loch war.
„Zu Hilfe, zu Hilfe!“ schrie Zapfig aus Leibeskräften, aber niemand hörte ihn. Plötzlich bröckelte die Erde und der Hut rutschte mit Zapfig in das Loch hinein. Zapfig schloss die Augen und
dachte sein letztes Stündlein hätte geschlagen. Er befürchtete, dass er am Boden des Loches zerschmettert würde.
Wider erwarten landete er jedoch ganz weich. Als er vorsichtig seine Augen öffnete, stellte er ungläubig fest, dass er sich in einer großen Erdhöhle befand. Der Boden der Erdhöhle war mit
weichem grünem Moos ausgekleidet. Erleuchtet war die Höhle ebenfalls, denn in der Wand waren kleine leuchtende Steine eingelassen, welche die Höhle in ein geheimnisvolles Licht tauchten.
‚Wer mag hier wohl wohnen‘, grübelte Zapfig und so rief er: „Hallo, hallo, hört mich jemand?“ Aber niemand antwortete. Zapfig sah sich in der Höhle um. Die Höhle hatte drei Ausgänge. Jeden
der Gänge aus der Höhle beleuchteten Steine in einer anderen Farbe. In einem Gang leuchteten gelbe Steine, im zweiten blaue und im dritten rote Steine. Da die Lieblingsfarbe von Zapfig die Gelbe ist,
beschloss er, dem Gang mit den gelb leuchtenden Steinen zu folgen. Vielleicht führte ihn ja dieser Gang wieder an die Oberfläche zurück.
Der Gang stieg anfangs auch tatsächlich steil an, nach einer Biegung ging es jedoch wieder abwärts und dann wieder aufwärts, so dass Zapfig bald nicht mehr wusste, ob er nun der Oberfläche
näher kam oder ob er eher in die Tiefe ging. Vom Gang führten oft seitliche Wege ab.
Anfangs steckte Zapfig noch in jeden Seitengang seinen Kopf hinein und rief: „Hallo, ist hier jemand?“ Da er aber nie eine Antwort bekam, gab er dies bald auf. Der Gang kam ihm nun schon
ewig lang vor und langsam zweifelte Zapfig ob er wohl irgendwann an die Oberfläche kommen würde. Plötzlich bröckelte an der Seite des Ganges die Erde. Dicke Erdbrocken kullerten in den Gang, denen Zapfig
behände auswich.
„Hallo, hallo!“ rief Zapfig freudig, denn er meinte nun den Bewohner dieses Labyrinthes zu treffen. „Ich hab mich verirrt. Können Sie mir sagen, wie man zurück in den Wald kommt?“
Gerade hatte er die letzten Worte gesprochen, als ein dicker hässlicher Wurm seinen Kopf in den Gang steckte. Zapfig stockte das Herz. Die Würmer waren die ärgsten Feinde der Pilze. Kaum sah
der Wurm den kleinen Pilz, fletschte er auch schon seine Zähne
|
|
|
|
 |
|
|
|
und riss sein gewaltiges Maul auf, um den kleinen Pilz zu verschlingen.
Zapfig stand starr vor Schreck. Ihm viel nichts Besseres ein als zu sagen: „Schönen Abend wünsche ich auch, lassen Sie sich durch mich nur nicht stören“ und „dann werde ich mich wohl mal
wieder auf den Weg machen.“
Langsam wich Zapfig zurück in den Gang, woher er gekommen war. Der Wurm ließ sich durch die schönen Worte nicht beeindrucken, arbeitete sich in den Gang hinein und kam nun schon dem kleinen
Pilz bedrohlich nahe. Da drehte sich Zapfig blitzschnell herum und rannte den Gang zurück, aus dem er gekommen war. Hinter sich hörte er den Wurm keuchen, der ihn verfolgte. Auch der Wurm war nicht
gerade langsam auf den Füßen, so dass er dem kleinen Pilz immer näher kam. Immer lauter wurde der keuchende Atem des Wurmes hinter Zapfig und schon meinte der kleine Pilz den Atem des Ungeheuers in
seinem Nacken zu spüren, als er vor sich die Höhle liegen sah, in die er gefallen war.
In der Höhle war nach wie vor niemand zu sehen. ‚O weh, was mache ich nur? ‘ dachte der kleine Pilz und rannte in seiner Not in den Gang mit den blauen Steinen. Mit letzter Kraft schlüpfte
er in einen Seitengang.
In diesem war es stockdunkel und so hoffte Zapfig, dass ihn der Wurm hier nicht finden würde. Zapfig stand so eine Weile mit zitternden Beinen, aber der Wurm kam und kam nicht. Langsam
tastete sich Zapfig wieder zum Gang vor und lugte in die Richtung, in der sich die Höhle befand.
Vom Wurm war nichts zu sehen. ‚Ob der wohl in den Gang mit den roten Steinen gelaufen war?‘ Und wirklich. Plötzlich hörte Zapfig lautes Gepolter und Getöse und sah wie der Wurm aus dem Gang
mit den roten Steinen stürmte. ‚Jetzt ist es um mich geschehen! ‘ dachte Zapfig. Doch was war das? Hinter dem Wurm sah Zapfig ein anderes Tier, das nun seinen Rachen aufsperrte und den Wurm mit einem
Haps verschlang. Genüsslich fuhr sich das Tier danach mit der Zunge über die Lippen. Schon hob das Tier seine Nase und schnüffelte in die Richtung in der Zapfig stand.
Zapfig wollte gerade wieder in den Gang flüchten, als das Tier rief: „Halt, wer da?“ „Ich bin‘s!“ erwiderte Zapfig zaghaft, ihm fiel nichts Besseres ein. „Was heißt hier, ich bin‘s!“
antwortete das Tier. „Hast du keinen Namen?“ „D...doch!“ stotterte Zapfig. „I...ich heiße Zapfig und will nur wieder zurück an die Oberfläche. Ich bin durch das Loch in der Decke gefallen.“ „Komm näher!“
befahl ihm das Tier. Aufmerksam beschnüffelte er Zapfig.
|
|
|
|
 |
|
|
|
„Und wie bitte heißen Sie?“ fragte Zapfig, nur um überhaupt etwas zu sagen. „Ich bin ein Maulwurf und heiße Schaufelig“, bekam er zur Antwort. „Sie können wohl nichts sehen, dass Sie mich so
beschnüffeln müssen?“ fragte Zapfig nun schon etwas mutiger. „Nicht besonders gut, aber ich brauche nicht zu sehen, da ich hier unten lebe, wo es immer dunkel ist und meine ausgezeichnete Nase verrät mir
immer, wo ich bin oder mit wem ich es zu tun habe.“ „Aber hier ist es doch nicht dunkel?“ rief Zapfig. „Diese Gänge habe auch nicht ich erbaut. Sie gehören zum Reich des Zwergenkönigs Zarumir.“ „Zwerge?“
staunte Zapfig. „Was sind denn das, Zwerge?“ „Zwerge, so sagt man jedenfalls, sehen wohl aus wie Menschen, nur viel kleiner. Sie haben meistens einen langen Bart und leben eben in Höhlen unter der Erde“,
erklärte ihm der Maulwurf. „Leben in dieser Höhle auch Zwerge?“
„Einen Moment bitte!“ antwortete Schaufelig und beschnüffelte aufmerksam die Höhle. „Nein, momentan wohl nicht. Ich denke, dass die Zwerge diese Höhle als Lager benutzen, in dem sie sich bei
ihren langen Streifzügen durch ihr unterirdisches Reich ausruhen.“
„Vielleicht sollte ich hier warten?“ meinte Zapfig. „Worauf denn?“ fragte Schaufelig. „Na auf die Zwerge“, antwortete Zapfig. „Und was willst du von ihnen?“ „Wenn die Zwerge aussehen wie
kleine Menschen, können sie mir vielleicht meine Frage beantworten.“ „Welche Frage denn?“ „Die Frage, warum uns, die Fliegenpilze, die Menschen nicht mögen?“ „Mit den Zwergen ist nicht gut Kirschen
essen“, erwiderte Schaufelig. „Jeden der in ihr Reich eindringt, verprügeln sie ganz fürchterlich. Wenn sie dich sehen, hast du nicht mal Zeit eine Frage zu stellen. Schon lassen sie ihre großen Knüppel
auf deinem Rücken tanzen, so dass du zusiehst, wie du schnell davonkommst. Ich selber habe schon sehr unangenehme Erfahrungen gemacht. Das letzte Mal, als ich ganz zufällig in einen ihrer Gänge geriet
und einer ihrer Patrouillen in die Hände fiel, musste ich über eine Woche in meiner Höhle verbringen, ehe ich wieder fähig war, mich durch das Erdreich zu wühlen. Deswegen meide ich auch im Allgemeinen
ihre Gänge. Nur heute konnte ich diesem dicken Wurm, der genau an meiner Nase vorbeilief, nicht widerstehen.
Vielleicht solltest du aber zur weisen Eule gehen. Die ist viel rumgekommen in der Welt und kann dir deine Frage bestimmt beantworten.“ „Wo wohnt denn die Eule?“ wollte Zapfig wissen. „Du
hättest sie eigentlich bemerken müssen. Sie wohnt in einem Baumloch. Der Baum mit ihrem Nest steht genau neben dem Loch, in das du gefallen bist.“
‚Wahrscheinlich war das Rascheln im Baum, das ich gehört hatte, die Eule selber gewesen‘, dachte sich der kleine Pilz.
„Nimm diesen Gang hier und spute dich“, riet ihm Schaufelig und zeigte auf den Gang mit den roten Steinen. „Wenn die Sonne den Mond besiegt, schläft die Eule tief und fest.“ Der kleine Pilz
bedankte sich beim Maulwurf und flitzte auch gleich los. „Und pass auf, dass du den Zwergen nicht in die Hände fällst!“ hallte es ihm aus der Höhle nach.
Aber Zapfig hatte nun keine Zeit mehr vorsichtig zu sein. So lange wie er in der Höhle zugebracht hatte, müsste die Sonne eigentlich schon aufgegangen sein und auf dem Pilzhügel machte man
sich bestimmt schon sorgen. Bald kam er auch zum Ende des Ganges.
|
|
|
|
Der Ratschlag der weisen Eule
|
|
|
|
 |
|
|
|
Die Reise auf dem Bach
|
|
|
|
 |
|
|
|
Die verwunschene Hecke
|
|
|
|
 |
|
|
|
Im Reich der Mäusekönigin Maurinja
|
|
|
|
 |
|
|
|
Zur Audienz bei der Mäusekönigin Maurinja
|
|
|
|
 |
|
|
|
Zapfigs mutiger Plan
|
|
|
|
 |
|
|
|
Auf dem Weg zur Hexe Wurzelma
|
|
|
|
 |
|
|
|
Auf Beobachtungsposten vor dem Hexenhaus
|
|
|
|
 |
|
|
|
Abenteuer im Hexenhaus
|
|
|
|
 |
|
|
|
Die Rettung des magischen Feuers
|
|
|
|
 |
|
|
|
Zu Gast bei der Fee Helena
|
|
|
|
 |
|
|
|
Ende gut, alles gut
|
|
|
|
 |
|
|
|
Zur Programmübersicht zurück
|
|
|
|